15. Juni 2026
Kaffee und Kakao Hedging
In der europäischen Lebensmittelindustrie hängt der Erfolg vieler Unternehmen von der Entwicklung der Preise für Kakao und Kaffee ab. Nach den außergewöhnlich hohen Preisniveaus der vergangenen Jahre haben beide Agrarrohstoffe Anfang 2026 merklich nachgegeben. Der Preis für London Cocoa bewegt sich heuer zwischen 2.000 und 3.000 Pfund pro Tonne und liegt damit so tief wie seit Ende 2023 nicht mehr. Auch die für den europäischen Markt besonders relevante Kaffeequalität Robusta ist mit aktuell knapp 3.500 Dollar pro Tonne deutlich günstiger als noch im Vorjahr.
Hauptgrund dafür sind vor allem die verbesserten Ernteaussichten. Nachdem die Ernten in den vergangenen Jahren teilweise deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, zeichnet sich bei beiden Rohstoffen inzwischen eine Entspannung auf der Angebotsseite ab. Dadurch hat sich die zuvor angespannte Versorgungslage spürbar verbessert und der Preisdruck an den Terminmärkten nachgelassen. Gleichzeitig bleibt das Preisniveau jedoch anfällig für neue Wetterereignisse oder Ernteausfälle in den wichtigsten Anbauregionen.
Für Unternehmen, deren Profitabilität stark von der Entwicklung der Kaffee- und/oder Kakaopreise abhängt, ergibt sich daraus eine interessante Situation. Nach dem deutlichen Rückgang der Preise stellt sich nun die Frage, wie lange dieses günstigere Preisniveau Bestand haben wird. Unternehmen sollten sich daher aktuell Gedanken über langfristige Fixierungsmöglichkeiten machen – beispielsweise über Lieferverträge oder Termingeschäfte. So lassen sich die derzeit vergleichsweise attraktiven Preise für zukünftige Lieferungen absichern und die Planungssicherheit bei den Rohstoffkosten erhöhen.

